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Filmwissen A-Z: Licht | J&J TechTalk

von | 17.07.2020 | Allgemein, Film

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von J&J Media | Staffel 3, Folge 12

L – Licht

Im Film gibt es eine Sache ohne die es am Set ganz einfach dunkel wäre. Deshalb soll es heute um L wie Licht gehen. Wer also bist jetzt noch keine Erleuchtung erfahren hat, der sollte dran bleiben. 

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Worauf kommt es an?

In der Folge ISO haben wir bereits gelernt, dass Kameras viel Licht brauchen, um gute Ergebnisse zu liefern. Der einfachste Weg dieses Problem zu lösen ist die Sonne. Diese ist unsere stärkste verfügbare Lichtquelle und kann immer kostenlos genutzt werden. Der größte Nachteil ist jedoch- wir können die Sonne nicht kontrollieren. Je nach Tageszeit, Wetter und sogar Jahreszeit scheint ihr Licht anders. Wer ausschließlich mit dem Licht der Sonne arbeiten möchte, sollte versuchen, direktem Sonnenlicht zu weichen. Hier entstehen die höchsten Helligkeitsunterschiede und Kontraste. Die Haut des Menschen wirkt aber angenehmer bei diffusem Licht. Wie der Name schon sagt, kann hier ein Diffusor, im Studio auch Softbox genannt, helfen. Eine Wolke vor der Sonne wirkt dabei ähnlich. So erhalte ich kaum Schatten und habe ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Bild. In der Nachbearbeitung fällt so das Grading viel leichter, da mein Bild keine Grenzwerte in hellen oder dunklen Bereichen enthält.

Wenn ich nun beim Film aber eine konstante Leistung brauche, muss ich zwingend auf künstliche Lichtquellen zurückgreifen. Auch in Räumen reicht das einfallende Tageslicht oft nicht aus, um das gesamte Set zu beleuchten. Fotografen verwenden gern das sogenannte Fensterlicht, denn das einfallende Licht des Fensters ist für Kameras immer noch viel angenehmer als die Glühbirne in der Deckenlampe. Wer schon einmal ein Video in den eigenen vier Wänden gedreht hat, ist sicherlich auf das eher gelbliche Bild in der Kamera aufmerksam geworden. Die Hauttöne sehen anders aus und auch die Weißtöne sind nicht wirklich weiß. Was passiert hier in der Kamera? Unser Auge gleicht diesen Effekt automatisch aus. Daher bemerken viele Menschen kaum, was die Kamera hier zu leisten hat. Bei Lichtquellen unterscheidet man in Farbtemperaturen. Ein vermeintliches weiß einer Glühbirne ist daher sichtbar anders als das einer Leuchtstoffröhre und dieses wiederum anders als das Tageslicht. Im Film interessieren die Farbtemperaturen von 3000 bis etwa 6000 Kelvin. Je niedriger dieser Wert ist, umso höher ist der Gelbanteil im Lichtspektrum und je höher der Wert ist, umso höher ist auch der Blauanteil. In der Kamera übernimmt der Weißabgleich die Anpassung. Über diese Einstellung teilt man der Kamera mit, welche Farbe sie als weiß annehmen soll. Halte ich ein Blatt Papier vor die Kamera, so sollte dieses also weder bläulich noch gelblich wirken. Für die korrekte Einstellung werden im Film dabei sogenannte Graukarten verwendet, mit welchen man die Kamera kalibrieren kann. Ebenso ist es möglich, eine Farbtemperatur, beispielsweise circa 5600 Kelvin für Tageslicht, manuell in der Kamera einzugeben. Die meisten künstlichen Lichtquellen, selbst einfache Glühlampen, haben eine Angabe über die Farbtemperatur am Gehäuse. Wer nun Interesse gewonnen hat und sich eine Videoleuchte zulegen möchte, steht vor der Frage warmweiß oder kaltweiß? Seitdem es LEDs gibt, sind glücklicherweise Lampen mit variabler Farbtemperatur erhältlich. Im Inneren der Lampe befinden sich 50 % LEDs mit 3300 Kelvin und 50 % mit 5600 Kelvin. So lässt sich über Dimmen die Farbtemperatur verändern und exakt an das Umgebungslicht anpassen.

Wer in Physik gut aufgepasst hat weiß, dass sich das Licht der Sonne, also das, was wir als weißes Licht wahrnehmen, aus allen Farben des Lichtspektrums zusammensetzt. Bei Videolampen muss man also genauer hinschauen, ob die verbauten LEDs ebenso das gesamte Farbspektrum abdecken. Wie viel dieses Spektrums erreicht wird, geben Lampenhersteller mit dem CRI, stehend für Colour Rendering Index, zu deutsch Farbwiedergabeindex an. Je höher der Wert, umso natürlicher wirken die Objekte im Bild. Wer schon einmal ein Foto des Buffets im Hotel gemacht hat, wird merken, dass das Essen auf dem Bild gar nicht mehr so appetitlich wie in echt aussieht.

In Gemüseabteilungen von Supermärkten werden daher auch immer Leuchtmittel mit einem hohen CRI verwendet.

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Im Filmbereich gibt es unzählige verschiedene Arten von Leuchtmitteln. Angefangen hat alles mit einfachen Halogenlampen. Im Theater werden diese heute noch immer verwendet, sind aber relativ empfindlich und werden vor allem extrem heiß. An Akkubetrieb ist hier gar nicht zu denken. Später folgten Lampen mit Metalldampfleuchtmitteln. Solche sind farblich sehr nah am Tageslicht und werden aufgrund ihrer hohen Lichtausbeute auch heute hauptsächlich an Filmsets verwendet. Der deutsche Hersteller ARRI ist bekannt für diese Form der Set-Beleuchtung. Seit einigen Jahren hat der Hersteller auch das ARRI Skypanel ins Sortiment aufgenommen.

Eine Videoleuchte besetzt mit tausenden LEDs auf bis zu 1 Quadratmeter Fläche. Dadurch wird eine enorm hohe Lichtausbeute bei sehr gleichmäßiger Verteilung gewonnen. Des Weiteren ist die Effizienz von LEDs wesentlich höher und so kann hier auch ein Akkubetrieb ermöglicht werden. Mit Einstiegspreisen von 5000 Euro ist die Technologie noch wesentlich teurer als einfache Halogenlampen. Wer also hauptsächlich auf Lichtausbeute setzt und immer eine Netzverbindung zur Verfügung hat, sollte zu herkömmlichen Lampen greifen. Trotzdem werden diese sicherlich in einigen Jahren komplett von der LED-Technologie abgelöst. Schon heute gibt es erschwingliche LED-Panels in kleineren Formaten. Diese haben sogar oft variable Farbtemperaturen und sind durch Akkubetrieb universell einsetzbar.

von Noah Lagemann

Noah ist Designer, Konzepter und Kameramann bei J&J Media. Als Querdenker überzeugt er unsere Kunden durch innovative Designs und Ideen. Er ist für fesselnde Geschichten in unseren Filmen verantwortlich und setzt diese auch als Kameramann am Set um.

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